Waffenrecht soll geändert werden

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Waffenrecht soll geändert werden

Beitragvon Mulich » 02.09.2007, 18:23

Zitat : Sportschützen unter 21 Jahren sollen künftig wieder großkalibrige Waffen kaufen und mit nach Hause nehmen dürfen. Eine entsprechende Änderung des Waffenrechts plant das Bundesinnenministerium, wie ein Sprecher am Wochenende in Berlin bestätigte. Danach soll die Altersgrenze wieder auf 18 Jahre abgesenkt werden. Sie war nach dem Amoklauf von Erfurt angehoben worden. Bei dem Amoklauf im April 2002 hatte ein 19-Jähriger in seinem ehemaligen Gymnasium 16 Menschen erschossen und sich anschließend selbst umgebracht. Zitat Ende

Laaaach...kann es sein das Becksteins, Stoibers oder Schäubles Ur-Enkel bald
volljährig wird?

Na dann...weiter so mit der Heuchelei! Und weiter auf den wahren Ursachen rumgehackt: Den Videospielen!
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Beitragvon Don Bastardo » 04.09.2007, 16:55

Mittlerweile zurückgezogen. Habe erst heute den Erfurt - Spiegel von 2002 gelesen, der sich ja hauptsächlich damit ( Killerspiele, Schusswaffen) beschäftigt und gerade zu genüßlich ausschlachtet. Das der Schäuble nicht sauber tickt, beweist er ja mit jeder Äußerung...und die Waffenindustrie hat wohl auch angeklopft. Wie kann man sich nur so zum Suppenkaspar machen !
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Beitragvon Mulich » 04.09.2007, 18:47

gelöscht
Zuletzt geändert von Mulich am 04.09.2007, 23:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Webmaster » 04.09.2007, 22:09

Passt wohl eher gar nicht ins Videospieleforum ;)

Ich fand die Idee der Lockerung des Waffenrechtes gar nicht mal so schlecht. Ich kenne nen Sportschützen, und er sagt die haben es schon schwer in Deutschland, dieser Sport hat aber ne sehr lange Tradition und das sollte nicht verkannt werden. Und wenn jemand Amok laufen will, macht er nicht 2 Jahre lang Lehrgänge und meldet sich im Schützenverein an, um sich ne Waffenbesitzkarte und Waffen zuzulegen ... :roll: Grundsätzlich bin ich aber froh, dass das Waffenrecht in Deutschland im internationalen Vergleich doch eher streng ist.

Zu den Spielzeugwaffen: Selten so ne gute Idee gehört! Ernsthaft. Endlich warten die Politiker nicht, bis ein Unglück geschieht. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Polizist im Dunkeln auf ein Kind schießt, weil es ne "Schusswaffe" in der Hand hält und auf den Beamten richtet. Im Schock über den Anblick und die lauten Aufforderungen des Polizisten reagiert das Kind vielleicht falsch und lässt die "Waffe" nicht fallen. Meist muss aber sowas passieren, bis Gesetze angepasst werden.
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Beitragvon purchaser » 05.09.2007, 11:10

Ich hab' im heise-Forum geschrieben, dass ich Schützenvereine für überflüssig halte - da war der Teufel los. Es war mir nicht bekannt, wieviel schießgeile Waffennarren es gibt. Wenn sie denn schon ihr Hobby mit einer Waffe ausüben müssen, dann sollten doch bitte die Kinder, die ja nicht einmal virtuelle Waffe einsetzen dürfen, bei richtigen außen vor bleiben. Ich bin schon der Meinung, dass eine Schusswaffe nichts anderes kann als töten. Dass man die Fertigkeit dazu in den Rang des Sports erhebt, mag lange Traditionen haben, doch meiner Meinung nach sollte man allmählich dazu übergehen, diese Traditionen abzubauen und generell über eine Ächtung von Schusswaffen in privatem Besitz nachdenken... Es hat lange gedauert, aber ein wenig Pazifismus hat mich in all den Jahren dann doch übermannt.

Das Verbot dieser Nachahmungswaffen geht völlig in Ordnung. Wie schon vom Webmaster bemerkt, muss man einem Polizisten im Einsatz schon die Möglichkeit geben korrekt zu handeln. Mit einer 100% echt wirkenden Attrappe wird das immer eine Gratwanderung. Spielzeugwaffen müssen auf den ersten Blick als solche erkennbar sein.

Und was unser rollender Innenminister da tagtäglich verzapft, ist langsam nicht mehr tragbar. Erstaunlich die fast einmütige Kritik von allen Seiten - nur die Templiner Spaßbombe hat's noch nicht bemerkt.
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Beitragvon Webmaster » 06.09.2007, 22:26

Es geht da nicht um schießgeile Waffennarren ... ich weiß nicht, ob du seit deinem Wehrdienst nochmal geschossen hast, aber gerade mit ner Pistole ist das gar nicht einfach. Wer das richtig gut beherrscht, verdient meinen Respekt.

Und klar sollten Kinder nicht unbedingt mit Waffen hantieren, wobei ich das nicht so bedenklich finde, solange alles unter ordentlicher Aufsicht zum Zweck der Sportausübung geschieht. Aber bei der Gesetzeslockerung ging es ja darum das Alter von 21 auf 18 herunterzusetzen, Waffenbesitz wäre so oder so nur Erwachsenen vorbehalten gewesen. Außerdem werden die meisten bewaffneten Straftaten mit illegalen Waffen verübt, Sportschützen oder Jäger spielen hierbei kaum ne Rolle.
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Beitragvon Mulich » 07.09.2007, 00:44

Da muß ich aber widersprechen.

Eine nicht unerhebliche Zahl von Straftaten geht auf das Konto von
Sportschützen bzw. Personen, welche sich Zugriff auf Waffen von Sportschützen /Jägern verschaffen (Familiendramen, Amokläufe etc).

Sooo herunterspielen sollte man diesen Sport nicht.

Es gab in der Vergangenheit schon viele Traditionen welche gekappt wurden...nur an diese wagt sich keiner. Weil eben viele Politis selber
auf Zielscheiben ballern....dies aber lieber nicht erwähnen.
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Beitragvon purchaser » 07.09.2007, 10:38

Das "schießgeile Waffennarren" ist sicherlich nicht politisch korrekt, allerdings muss man auch zugeben, die oft zitierten Tugenden des Schützen (von Verantwortungsbewusstsein bis Konzentration) kann man auch in anderen Sportarten lernen. Es muss also eine besondere Faszination beim Schießen vorliegen, dass man sich dafür und nicht für Bowling begeistert. Und diese Faszination ist eben der Gebrauch der Waffe. Mein letztes Zusammentreffen mit einer Waffe ist in der Tat schon sehr lange her (das war noch vor der KSZE in Helsinki), heute würde mich da keiner mehr hinbekommen.
Aber da wir auf einer Zensurseite sind, seh ich das Ganze auch im Kontext mit Videospielen. Und da muss ich lesen, dass Stranglehold, obwohl es keine Jugendfreigabe bekommen hat trotzdem in Deutschland geschnitten wird. Und die gleichen Politiker, die mir das Spielen von Stranglehold im Original verbieten, erlauben mir das Besitzen einer großkalibrigen Waffe. Und die gleichen Politiker, die das Herstellen von "Killerspielen" per Gesetz verbieten wollen, fordern das Eintrittsalter in Schützenvereine zu senken auf zehn Jahre - das ist es doch, was hier nicht stimmt.
Ich will Schützenvereine nicht verbieten, aber ein unerfreuliches Gefühl bereiten sie mir doch.
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Beitragvon Webmaster » 07.09.2007, 12:08

Ich habe nicht gesagt, dass keine Straftat mit legal besessenen Waffen begangen wird, sicherlich passiert das auch, die Masse jedoch wird mit illegalen Waffen verübt. Und Familiendramen können auch mit dem Haushaltsmesser geschehen und das tun sie auch. Bei den Amokläufen mag das nicht gehen, aber wieviele davon gab/gibts es in Deutschland?

Und wenn ihr auf Sportschützen rumhackt, müsst ihr aber auch eigentlich die ganzen Jäger kritisch beäugen. Diese besitzen schließlich auch Waffen. Dürfen sogar eine unbegrenze Anzahl Langwaffen erwerben und bei sich zu Hause lagern.

Mal was ganz allgemeines:
Vor kurzen war ich auf einem Vortrag von Prof. Dr. Dres. h.c. Hans-Jürgen Papier, seines Zeichens Präsident des Bundesverfassungsgerichtes. Wenn ich auch vieles nicht verstanden habe ;) , so ist mir doch eine interessante und meiner Meinung nach richtige Aussage in Erinnerung geblieben. Er meinte, einerseits meckert jeder Bürger, dass ständig neue Gesetze kommen und man immer mehr eingeengt wird. Andererseits kommt der Bürger aber auch ständig an und will neue ... Beispiel Rauchverbot, Anti-Doping-Gesetz, usw. Er ist überhaupt kein Anhänger der Übernormierung in Deutschland. Er findet, dass weniger Gesetze ganz gut tuen würden.

Umgemünzt auf unsere Diskussion hier: Einerseits fordert ihr die Lockerung der Mediengesetze, eine Änderung des Strafrechtes, damit keine Filme, Spiele usw. mehr beschlagnahmt werden können, laschere Jugendschutzgesetze, damit die Indizierung wegfällt und FSK 18, bzw. USK 18 das Maximum darstellt. Andererseits wollt ihr nicht, dass das Gleiche auch für Sportschützen gelten soll. Die dürfen ruhig weiter eingeschränkt bleiben. Das betrifft euch ja nicht. Ihr seid sogar der Meinung, dass es potentiell gefährlich ist, Waffen zu Hause zu haben und besitzen zu dürfen. Was meint ihr wohl, wie viele Leute in Deutschland glauben, dass der Besitz von "Killerspielen" potentiell gefährlich ist und verboten werden sollte? Sollte die Tat eines Sportschützen (der zugleich auf Videospieler war) eine ganze Gruppe von Menschen brandmarken?
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Beitragvon purchaser » 07.09.2007, 12:59

Webmaster hat geschrieben:... Sollte die Tat eines Sportschützen (der zugleich auf Videospieler war) eine ganze Gruppe von Menschen brandmarken?


Das tut sie doch... aber nur in der einen Richtung - siehe Threaderöffner.

Ich kann hier nur für mich sprechen. Meine persönliche Meinung zum Waffenbesitz soll ja auch gar nicht in Gesetzesform gegossen werden. Dass Deutschland in ausufernder Bürokratie versinkt und wirklich alles per Gesetz geregelt haben muss, ist schwer zu übersehen. Da stimme sicher nicht nur ich dem Herrn Papier zu. Spätestens wenn ein Bürgermeister eines gottverlassenen Landkaffs das Kopulieren im Freien per Gesetz regeln muss, sollte man nachdenklich werden.

Anders ausgedrückt: Wer über 18 ist und eine großkalibrige Waffe kaufen darf, der darf auch Manhunt spielen - so wird der Schuh gefertigt.
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