Wiki Dokumentation und indizierte Spiele

Diskussionen über den "Jugendschutz" im Internet können hier geführt werden.

Wiki Dokumentation und indizierte Spiele

Beitragvon Matthias » 25.09.2007, 12:54

Es geht um eine öffentliche Website (kein Alterscheck), Hosting und Impressum in Deutschland. Inhaltlich werden hauptsächlich technische Anleitungen beschrieben: Einleitung mit Screenshots (eventuell Cover), Installation (auch mit Links auf Programmaktualisierungen), Problembehebungen. Wir sind letztens drauf aufmerksam geworden, dass wir zwei Artikel zu indizierten Titel beherbergen. Inwieweit sind wir von den Rechtsfolgen einer Indizierung betroffen. Könnte man einen solchen Artikel schon als Verstoß gegen das absolute Werbeverbot verstehen und vielleicht den Link zu einem Patch schon als Zugänglichmachung? Auf was muss man achten, wenn man nicht ins Kreuzfeuer geraten möchte oder besteht generell eher keine Gefahr für den Webmaster?
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Beitragvon Webmaster » 25.09.2007, 15:54

Das dann man nur schwer sagen, ich wage sogar zu behaupten, dass sich auch Anwälte da schwertun würden. Getreu dem Motto 2 Anwälte - 5 Meinungen. Und da es meines Wissens kaum Urteile zu Thema Werbeverbot gibt, ist die Lage sehr unsicher.

Beispiel: Nennt eine PC-Spiele-Zeitschrift den Namen eines indizierten Spieles oder veröffentlicht Screenshots, gilt das wohl anerkanntermaßen als Werbung. Schließlich kaufen die Leute das Heft, um danach ihr Kaufverhalten auszurichten.

Wie das bei Internetseiten aussieht, kann man schwer sagen. www.ofdb.de geht soweit, sogar indiziertere Filme (samt Cover) frei zugänglich anzuzeigen. Jedoch angeboten (Anzeigen des Preises) wird erst, wenn man sich anmeldet und per PostIdent als über 18 verifiziert. Jedoch könnte das reine Anzeigen (ohne Preisangabe) auch als Werbung ausgelegt werden. Wo kein Kläger, da kein Richter würde ich sagen.

Am besten gibst du uns mal den Link deiner Seite, damit wir uns ein Bild davon machen können :)
ein nein zur Zensur ist kein nein zum Jugendschutz
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Beitragvon purchaser » 25.09.2007, 20:13

Was kann denn da schlimmsten Falles drohen, wenn man's als unerlaubte Werbung ansieht? Oder Verstoß gegen Indizierungsbestimmungen? Oder was weiß ich?
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Beitragvon Matthias » 25.09.2007, 21:52

Laut BPjM: Verstöße gegen die Abgabe-, Verbreitungs- und Werbeverbote:
Wer gegen die Vorschriften des § 15 JuSchG verstößt, macht sich strafbar! Ein Verstoß kann mit Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahndet werden. Strafbar ist nicht nur vorsätzliches, sondern auch fahrlässiges Handeln.
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Beitragvon Matthias » 26.09.2007, 14:14

Unsere Projektleitung hat sich mit dem Träger der Website, der im Impressum die juristische Verantwortung übernimmt, zusammen gesetzt. Heraus gekommen ist ein Kompromiss: da es uns um technische Anleitungen geht, lassen wir diese zu und schreiben neutrale Einleitung möglichst ohne Werbecharakter. Ich nenne trotzdem mal absichtlich nicht unsere URL. Die Leute werden ja momentan von den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern zunehmend fanatisiert was das Thema Gewalt in Computerspielen angeht und auch die Politik scheint ja eindeutig auf den Wagen aufgesprungen sein, wenn ich die medienzensur.de Nachrichten so durchstöbere. Hoffentlich bewahrt wenigstens die Justiz zukünftig einen kühlen Kopf.
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Beitragvon user » 23.09.2008, 17:43

Webmaster hat geschrieben:Wie das bei Internetseiten aussieht, kann man schwer sagen. www.ofdb.de geht soweit, sogar indiziertere Filme (samt Cover) frei zugänglich anzuzeigen. Jedoch angeboten (Anzeigen des Preises) wird erst, wenn man sich anmeldet und per PostIdent als über 18 verifiziert. Jedoch könnte das reine Anzeigen (ohne Preisangabe) auch als Werbung ausgelegt werden. Wo kein Kläger, da kein Richter würde ich sagen.


aber hardcore-porno-dvds sind ohne postident in der ofdb überhaupt nicht sichtbar, obwohl doch rechtlich kein unterschied zwichen normal indizierten und automatisch indizierten trägermedien besteht. oder? :?:
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