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Lexx-Filme, warum gekürzt?

 
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LogicDeLuxe
Neuling
Neuling


Anmeldedatum: 18.01.2009
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 18.01.2009, 21:10    Titel: Lexx-Filme, warum gekürzt? Antworten mit Zitat

Ich höffe, das ist hier das richtige Forum. Es geht um VHS sowie DVD, aber auch um die Fernsehausstrahlungen und Ungereimtheiten bei den Freigaben. Ich beziehe mich hier mal nur auf die Zensurschnitte, und mir ist bekannt, das es von Teil 1 und 4 zwei leicht unterschiedlich Fassungen gibt, was aber in dieser Art wohl keinen Einfluß auf die Freigabe gehabt haben dürfte, da aus Jugendschutzsicht sicher belanglos.

Zunächst sind auf Video 3 von 4 Teile ab 16 und einer ab 18 freigeben worden. Dennoch sind alle 4 um mehrere Minuten gekürzt. Spätestens, wenn man auch die Sci-Fi-Ausstrahlung kennt, kommt man erst recht ins Grübeln.

Dort war Teil 1 mit der nur leicht zensierten französischen Fassung identisch: Eine abgeänderte Bildfolge und eine Kürzung, dafür aber zum "Ausgleich" einen etwas langsamer laufenden Abspann. Die Ausstrahlung ist ab 18. Soweit könnte man noch denken, die Videofassung wäre lediglich auf 16 runtergeschnitten, was allerdings die Frage offen ließe, warum es denn nur von Teil 3 ein 18'er-Video gibt. Interessanterweise lief diese Fassung auch mitunter gegen Mittag.

Die Ausstrahlung von Teil 2 ist mit der Video-Fassung identisch.

Teil 3 ist der 18'er Videofassung sehr ähnlich, enthält aber zwei kurze Stellen ohne Dialog zusätzlich. Ich vermute mal, dies passierte beiläufig, als man ein zweisprachiges Master anfertigte, was es auch so nicht auf DVD gibt. Es fehlen jedoch nach wie vor einige Minuten. Gegen Mittag wird hingegen nur die stark gekürzte 16'er Fassung, die es auch auf Video gibt, gezeigt und ohne Originalton.

Am interessantesten ist jedoch die Tatsache, daß Teil 4 als einziger wirklich ungekürzt gesendet wird, aber genau wie das gekürzte Video ab 16 freigegeben ist.

Was mich nun sehr interessiert, warum wurde denn überhaupt gekürzt? Vor allem Teil 4 auf Video, wenn man den sogar ungekürzt im Fernsehen zeigen darf? Gab's da von irgendwoher Schnittauflagen? Wenn ja, von wem und weswegen, und warum im Fernsehen weniger massiv als auf Video?

Auf jeden Fall sehr schade um die geniale Serie. Eine der wenigen, wo ich sogar die deutsche Synchro als sehr gelungen empfinde.
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Pyri
Mitglied
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Anmeldedatum: 24.12.2008
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 19.01.2009, 01:14    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin ein großer Fan der Serie.



Leider liegt das eben daran, dass viele Körperdarstellungen in Deutschland unerwünscht sind - im konkreten Fall dieser Trashart-Serie Gewaltdarstellungen, Splatter und Gore.
Im Fernsehen werden so auch viele Titel zensiert, die eigentlich ein Kennzeichen der FSK Erhalten haben, ab 6, 12, 16 oder 18 Jahren. Vereinzelt betrifft das auch DVDs - so gibt es in diesem Bereich etwa eigene Fassungen für Kaufhäuser, viele FSK-16-Fassungen von Filmen sind auch so noch vorher zensiert worden.

Solche Zensuren können, wie im Falle von "Lexx", auch größere Elemente der Handlung betreffen, und nicht etwa nur vereinzelte Gewaltspitzen.

Was wann zensiert wird liegt beim Fernsehen mehr oder weniger im Ermessen der Sender. Ich nehme an, dass der Sci-Fi-Kanal sich ähnlich wie Premiere aufgrund seiner Stellung in der Nähe von Pay-TV da aber nicht an den Tageszeiten orientieren muss - etwa wegen einem lange existierenden Extra-Jugendschutz über umständliche Codeeingaben. Öffentlich-rechtliche Anstalten und gewöhnliche Privatsender müssen da nämlich noch zusätzlich darauf auch achten.
Ein Durchblick für den Zuseher ist da vielfach leider überhaupt nicht möglich: Premiere etwa setzt seinen Jugendschutz auch auf FSK-12-Komödien wie "The Big Lebowski" an.

Schnittauflagen kann es in Deutschland grundsätzlich nicht geben, da steht das Grundgesetz dazwischen, aber ein Medium läuft ohne FSK-Kennzeichen Gefahr von der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien (BPJM) Indiziert zu werden, beziehungsweise dass Gerichte darauf aufmerksam werden und diese beschlagnahmen (und aus Asservatenkammern vernichten) lassen (§131 StGB, Gewaltdarstellung).

Allesamt jahrezehntelange Praktiken in Deutschland, mit tausende so indizierter Filme und hunderte beschlagnahmter Werke.
Eine Indizierung bedeutet so auch stets eine rechtliche Gleichstellung mit Pornographie, welche automatisch in Deutschland indiziert wird.


Ein indiziertes Medium kann meines Wissens nach nur mit einer Sondergenehmigung unzensiert im TV Einfach ausgestrahlt werden, deshalb muss etwa ein Pay-TV-Anbieter für "Vollerotik"-Angebote auch enorme Sicherheitsvorkehrungen treffen.
Rechtsunsicherheit herrscht sogar für Rezensionen indizierter Filme im Internet, die als Werbung ausgelegt wird.

Also, "Lexx" wurde ja niemals indiziert und das kann halt auch daran gelegen haben, dass das große, für die Videoveröffentlichungen zuständige Label überall vorsichtshalber geschnitten hat, und unzensierte Veröffentlichungen niemals eine große Verbreitung (in Deutschland) fanden.
Zudem gibt es im Zusammenhang mit einer aus meiner Sicht diskriminierenden Rede von "Gestaltungshöhe" bei einigen Werken, und ich würde "Das Karussell des Todes" des einen deutschen Regisseurs da bei "Lexx" - dessen Name mir jetzt nicht einfällt - jetzt mal dazuzählen, noch einen Grund gegen eine Indizierung, und - in dem einen Fall - für ein FSK-18-Kennzeichen, sonst FSK-16.

Obwohl sie zum Teil drastische Darstellungen enthalten sind demnach heute auch keine (alten) Filme von Christoph Schlingensief oder Jörg Buttgereit in Deutschland (mehr) indiziert, letzterer arbeitete später auch an "Lexx" sogar mit.
Da den "Lexx"-Filmen, also der Miniserie am Anfang, so ein künstlerischer Anspruch nicht einfach abgesprochen werden kann, sind sie deshalb in Deutschland möglicherweise auch nicht indiziert worden.

Zwar müssen sich die Fernsehsender in Deutschland an die FSK-Vorgaben schon halten - was letzten Endes vor Fernsehausstrahlungen aber behauptet und dann gesendet wird, ist letzten Endes nicht daran gebunden, im Zweifel ist von weitergehender Zensur aus rechtlichen Gründen jedoch meistens auszugehen.
Und keine Transparenz zu erwarten
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